Rund um den Achtermann

Wochenende

Samstagmorgen, ich öffne leicht die Augen, draussen ist es schon hell und die Vögel zwitschern ein Liedchen von den Dächern. Ich trotte in die Küche, koche mir einen Kaffee und krieche zurück ins Bett. Gemütlich ins Wochenende starten, ich mag das gern.
Aber nicht so an diesem Samstag, dem 14.01. Der Wecker lärmt um halb sechs los und wird um Viertel vor sechs mundtot gemacht, es gibt zwar Kaffee, aber keine Spur von hell oder zwitschernden Vögeln. Bereits um kurz vor sieben sind wir auf dem Weg zum Bus, der uns zum Zug, welcher uns wiederum zum Bus bringen wird, das Ziel lautet Achtermann. Schnee, Kälte und das Abenteuer warten schon auf uns. Wir sollten nicht enttäuscht werden.

Auf dem Weg zum Achtermann

Wir waren plötzlich mitten im Winter. Schnee wohin das Auge reicht und bei jedem Schritt eine gute Stiefelhöhe einsinken. Abseits des Weges war bei einem falschen Schritt das Bein komplett weg und die erste Abzweigung Richtung Achtermann wurde aus tiefweißen Gründen ignoriert.

Beim Platzmachen für das entgegenkommende Schneemobil steckten wir bis zu den Knien im Schnee und befanden uns danach zwischen den Spuren, der Weg war frisch geloipt und unberührt. Brav stapften wir zwischen den Loipen in Richtung zweiter Abzweigung, als wir von zwei Läufern überholt wurden. Sollte meine Kondition es in der nächsten Saison zulassen, dann will ich das auch mal machen. Sah bei den beiden zwar anstrengend, aber auch sehr spaßig aus.

Die Sache mit den Schneeschuhen

Die zweite Abzweigung zu unserem eigentlichen Ziel war ohne Schneeschuhe unpassierbar, ich versuchte es knapp 20 Meter, sank aber schon in den Spuren der Schneeschuhe gute 30 Zentimeter pro Schritt ein. Das war alles nichts. Warum hatte ich eigentlich keine Schneeschuhe? Ich meine, ich brauche doch offensichtlich welche!

Später am Abend gab ein junger Mann aus Braunschweig bei einem großen Internethändler Schneeschuhe zur Bestellung auf. Aber das ist eine andere Geschichte. 

Wir entschlossen uns den Rundweg um den Achtermann weiter zu gehen und den Berg zu ignorieren. Einmal rum und dann nach Hause. Schnee haben wir gesehen und kalt war’s schließlich auch. Der ursprüngliche Plan ging also fast auf.

Warten auf den Bus

Den schlechtesten Kaffee von Welt bekommst Du übrigens im Gasthaus Königskrug. Die Kännchen sind pekig und leicht angelaufen, das Geschirr hat wahrscheinlich Hitlers Oma aussortiert und die Inneneinrichtung war damals schon alt, als sie eigentlich noch neu war. Geschmacklich wäre altes, lauwarmes Motoröl diesem Kaffee vorzuziehen.
Aber ein Gutes hatte es auch, wir mussten keine 40 Minuten in der Kälte auf den Bus warten.
Mit eben diesem Bus ging es dann wieder zum Zug, der uns zur Straßenbahn brachte, die uns nach Hause fuhr. Die Wanderung war zu Ende, aber neue Pläne wurden bereits geschmiedet.

Technik

Die Fotos sind mit meiner Wanderkamera, einer Samsung NX300 mit 30mm Pancake, und meinem iPhone 6s entstanden. Für den Schwarzweißlook zeichnet sich VSCO verantwortlich, der Filter der Wahl ist der Kodak Tri-X 400.